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Zum Nachdenken: Aus der innersten Ruhe handeln

Letzte Änderung 06.07.2018

In einer Erzählung habe ich vor einiger Zeit diese Beschreibung eines Sonntags in den Bergen gelesen und mir aufgehoben:

„Um 6.15 Uhr gab es die Kurzmesse mit Kommunion. Nach dem ersten Melken und dem ersten Stillen reichte den Frauen die Zeit, um über den steilen Weg die Dorfkirche zu erreichen. Um 7 Uhr hatten die Frauen den dünnen Kaffee auf den Tisch gestellt, den fetten Rahm, die gekochte Polenta und das Roggenbrot. Um 9.30 Uhr zogen sie in der Tracht, vornehmer als die Hofdamen in Versailles, in die Kirche nach links, rechts sollten eigentlich Männer knien. Diese kamen aber erst nach der Predigt bei der Wandlung kurz vorbei, nicht ohne einen schrägen Blick nach links zur Hure des Dorfes zu wagen, deren Kinder in der vorderen Reihe saßen, während sie eine Viertelstunde später erhobenen Hauptes zur Kommunion schritt. Die Männer empfingen die Kommunion als erste, um zehn Minuten vor dem Amen den Seitenausgang zum Segen in der Wirtschaft zu erreichen. Um 14.30 Uhr, in der Vesper, waren die Frauen wieder unter sich. Dann ging es wieder in den Stall. Die Viertausender strahlten vor Sonntagsglück und wir Kinder auch. An diesem Tag, dem Sonntag, der nach Himmel und Erde roch, arbeiteten nur die Frauen.“

Beinahe alle Übersetzungen des Alten Testaments behaupten, Gott habe die Welt geschaffen und dann, am siebenten Tag, habe er von der ungeheuerlichen Arbeitsbelastung ausgeruht. So verstehen es die Männer bis heute. Nach dem Stress brauchen sie Ruhe.

Der hebräische Text lautet anders. Er heißt: „Indem Gott – am siebenten Tag – ruhte, schuf er alles, was er schuf“. Wenn das, was zu tun ist, aus der innersten Ruhe kommt, dann sieht es anders aus, als wenn das tägliche Handeln aus der Planung, dem Stress und der Übertragung der Arbeit auf andere Schultern kommt.

Diese innere Ruhe heißt im Text wörtlich „schabbat“ – ihre Blüte ist „shalóm“. Aus-Ruhen ist nicht dasselbe wie Ruhen. Das erste ist eher menschlich – das zweite ist göttlich.

Ich wünsche Ihnen – Frauen, Männern, Kindern – ein göttliches Wochenende.

Text: Günter Schmitt, In: Pfarrbriefservice.de

Nachprimiz am Sonntag, 22.7. um 10:30 Uhr in der St. Josephskirche. Herzliche Einladung!

 

Die Bibel: Einheitsübersetzung überarbeitet

Bild: Andrea Wilke In: Pfarrbriefservice.de

Seit 1980 gibt es mit der „Einheitsübersetzung“ eine einheitliche Bibelübersetzung in unsere deutsche Sprache für alle Lebensbereiche (Liturgie, Gotteslob, Stundengebet, Schule, private Lektüre). 2006 hat eine Kommission im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz begonnen, unter Berücksichtigung neuer theologischer Erkenntnisse, textkritischer Befunde und sprachlicher Entwicklungen die Einheitsübersetzung von 1980 zu überarbeiten. 2016 wurde die neue Textgestalt von Rom anerkannt.

Seit Anfang 2017 steht die „neue“ Einheitsübersetzung in unterschiedlichen Ausgaben als Buch und auch in digitaler Form zur Verfügung. Informationen dazu bietet das Katholische Bibelwerk Stuttgart.
Mit dem 1. Advent 2018 sollen, nach derzeitigem Zeitplan, die Lektionare für die Sonn- und Werktagsgottesdienste vorliegen und die „neue“ Einheitsübersetzung somit auch Einzug in die Liturgie erhalten.

Mehr Informationen dazu werden zu gegebener Zeit in einer folgenden Kirchenfensterausgabe folgen.
 

 


 

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